Ab Firmware 2.0 (Basis: Gluon v2023.2) werden einige Geräte mit eingebautem 4G-/LTE-Modem unterstützt, sodaß direkt über LTE der VPN-Tunnel zum Freifunknetz aufgebaut werden kann.
Die Auswahl ist nicht soo groß, aktuell werden nur ZTEs MF281, MF286R, MF289F, GL-iNets GL-XE300, GL-AP1300, der Wavlink WS-WN572HP3-4G und der TP-Link TL-MR6400 v5 direkt unterstützt; MF289F war vor Jahren als ›Vodafone Cube‹ erhältlich, MF281 als ›Telekom Speedbox 2‹.
Lies: weder bzgl. WiFi noch Mobilfunk aktuelle Hardware, wie das bei OpenWrt ja leider immer wieder der Fall ist — aber wir können nun vom Internet-Uplink an auf ›Freifunk-Hardware‹ zurückgreifen, also Geräte, die mit freier und offener Software betrieben werden!
Ein relevanter Hinweis: derzeit ersetzt der ›WWAN‹-Zugang, also der Zugang über das Mobilfunknetz, technisch nicht den Zugang über WAN; dies bedeutet, daß der Config-Mode weiterhin nur über einen Netzwerk-Port zu erreichen ist. Um einen Mobilfunk-Knoten also zu konfigurieren, wird weiterhin ein Kabel an dessem Netzwerk-Port benötigt; über den WAN-Port holt sich der Knoten eine IP-Adresse aus dem lokalen Netz und man kann wie gewohnt über https://setup.4830.org mit dem Knoten interagieren.
Möchte man hingegen den Mobilfunk-Knoten »auf der grünen Wiese« konfigurieren, können wir über dessen LAN-Ports – bzw., wenn es nur einen Port gibt, darüber – auch mittels der Fallback-IP zugreifen: wir geben unserem PC auf dem Interface, über welches wir mit dem Mobilfunk-Knoten verbunden sind, die 203.0.113.222/24 und können die Weboberfläche des Mobilfunk-Knotens über http://203.0.113.1 erreichen.

Wenn der WAN-Port keinen Internetzugang hat, kommt ein »Offline-Modus« des Config-Modes zum Tragen: die sonst interaktiv abgefragten Koordinationsdaten werden nun direkt auf https://setup.4830.org eingegeben und das Ergebnis von dort per copy&paste in die Maske auf dem Knoten übertragen; diese Funktion gibt es seit Version 1.9 und überläßt es dem Menschen das zu tun, was der Knoten normalerweise im Hintergrund tut.

Nach Absenden wird aus den Koordinaten die Adresse und das zugehörige Mesh ermittelt, diese Daten müssen dann in die Felder auf der Konfiguartionsseite eingegeben werden, zusammen mit einer Prüfsumme, die gegen Vertipper schützen soll.
Diese Offline-Konfigurationsoption hat nicht direkt was mit Mobilfunk-Knoten zu tun, mag aber dort am ehesten Anwendung finden.
Damit ein Mobilfunk-Knoten auf über Mobilfunk ins Internet geht, muß dies unter »Cellular« aktiviert werden und die entsprechenden Parameter – hier für o2 Postpaid – eingegeben werden.

Sobald man den Config-Mode verlassen hat und der Knoten im Freifunk-Modus neu startet, verbindet sich der Knoten über das Mobilfunknetz mt dem Internet und versucht darüber den Tunnelaufbau. Ein Stolperstein könnten noch Netzbetreiber sein, die für ihr Verbindungsnetz ebenfalls Adressen aus 10.0.0.0/8 – vgl. RFC 1918 – verwenden, den gleichen Bereich, in dem die Freifunknetze liegen. Aber in aller Regel sollte es einfach funktionieren 😉

Schon recht cool an sich, ein Gerät zu haben, welches ein Freifunknetz direkt aus dem LTE-Netz speisen kann … Zusätzlich kann auch ein privates verschlüsseltes WLAN, welches direkt ins LTE-Netz verbindet, aufgebaut werden, ganz wie bei einem Knoten mit Internet am WAN-Port.
Der Durchsatz hängt wie immer nicht nur vom Vertrag – es gibt ja mittlerweile auch echte Datenflatrates mit Maximalgeschwindigkeiten von 25, 50, 100 MBit/sec –, vom lokalen Netzausbau – technisch sind auch schon mit LTE aka 4G Geschwindigkeiten von 1000 MBit/sec möglich, in Deutschland liegt das technische Maximum je nach Anbieter irgendwo um 300 MBit/sec –, von der Auslastung der Funkzelle als auch, nicht zuletzt, von der Hardware ab: nicht alle LTE-Modems können in allen Zellen die optimale Geschwindigkeit nutzen.
Ob die hier gemessenen 25/25 MBit/sec nun am Vertrag, am Netz oder am XE300 (hier: Ausführung mit EP06-E) liegen — solange jetzt nicht 10 Leute gleichzeitig streamen wollen, ist das schon ganz OK.

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