Netsplit/Netzcleanup I: Lessons learned

Neben dem lippischen Mesh ›bmg‹ haben wir auch die Knoten in den Meshes im Kreis Gütersloh sowie in der Stadt Bielefeld neu zugeordnet.

Die Knoten der ehemaligen ›Domäne 1‹ des Freifunks Lippe erstreckten sich auch über Teile der ehemaligen »Domäne Möhne« des (ehemaligen) Freifunks Möhne, wir hatten das schon mal thematisiert. Letztlich ist es nun zu einer Dreiteilung gekommen, Knoten in der Gemeinde Kierspe sowie Knoten rund um den Möhnesee, die zuvor in dem Mesh Blomberg im Kreis Lippe mitliefen, wurden in eigene Meshes, Kierspe bzw. Möhnesee, ›verschoben‹. Weiterhin wurde ein Mesh »Südwestfalen-Lippe« ins Leben gerufen, in welches grob alle Knoten westlich und südlich Delbrücks bis in etwa Schwerte – mit Ausnahme des Möhnesee-Bereichs – einsortiert wurden.

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Freifunk Südwestfalen-Lippe, über 60 Knoten

Für Südwestfalen-Lippe wurde die SSID »swl.freifunk.net« gewählt, um in dem Bereich, in dem auch andere Firwares verwendet werden – oftmals mit der Kennung »Freifunk« – eine funktionale Koexistenz zu gewährleisten. Sollten sich lokale Initiativen melden, würden wir ggf. auch kleinere Meshes ›ausgründen‹; das wäre z. B. in Soest, Werl oder Wickede denkbar. Alles in allem hat das gut geklappt, die Knoten in den Bereichen sind soweit problemlos umgezogen.

Etwas weniger reibungslos klappte es am Möhnesee. Hier machte u. a. der Knoten Moehnesee-C9-Zentrale Probleme; während die kabelgebundenen Downstreamknoten sich aktualisiert haben, fand sich vom Knoten mit Uplink nicht einmal eine Anfrage nach dem Zielmesh im Logfile.

Zusammen mit Freifunkern aus der Region konnte das Problem gefunden werden und die Firmware entsprechend korrigiert; durch zu optimistische Verwendung der gespeicherten Koordinaten enstand eine unzulässige URL, die der Webserver mit »400 Bad Request« beantwortete (FTR: es landete ein unkodiertes Leerzeichen in der Anfrage). Mit dem Ausrollen der korrigierten Firmware zog auch dieser Knoten um, und das gesamte kabelgebundene Mesh kam wieder online.

Vermutlich betrifft der gleiche Bug auch Knoten der größeren Installation am Seepark Möhnesee; 6 der 15 Knoten haben nie die Konfiguration abgerufen, sodaß diese weiterhin mit alten, nun falschen, Parametern laufen. Mit den lokaleren Kollegen überlegen wir uns derzeit Lösungsansätze …

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Freifunk Möhnese, über 50 Knoten

In Kierspe sind 25 der 30 Knoten problemlos migriert, es fehlen 2 Nanostation M2 und 3 841er, die vermutlich beim Reboot in die neue Konfiguration sich aufgehängt haben — sie haben jedenfalls alle die Konfigurationsfrage gestellt.

Wobei ein 841er schon am 30.01. das letzte Mal gesehen wurde, hier dürfte es einen anderen Grund geben.

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Freifunk Kierspe, 25 Knoten

Das Netz im Kreis Gütersloh ist schon seit Jahren geographisch aufgeteilt, aber Altknoten wurden nie umgestellt und die Zuordnung Nord- bzw. Südkreis war kaputt, es wurden alle Knoten dem südlichen Kreis Gütersloh zugeordnet. Dies haben wir gefixt und nun sind die vier Meshes im Kreis sauber voneinander getrennt. Am Beispiel Südkreis sieht man, wie die Knoten überhalb der Stadt GT aus dem Mesh für den Südkreis gefallen sind.

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Post-Cleanup: Südkreis

Details am Rande: in Bielefeld sind eine Handvoll Knoten des THW vom Lipper ins Bielefelder Mesh geschwenkt – ebenso landeten welche in Minden, Bad Oeynhausen sowie Mesh 66 – und im Bereich Uelzen wurden ehemalige out-of-area-Knoten neu ins Uelzener Mesh geschoben, da auch Mesh 66 ›aufgeräut‹ wurde.

Recht massiv verkleinert wurde das Mesh Blomberg, die ehemalige Lippische Domäne 1, die auch als Auffangmesh für Knoten außerhalb des eigentlich vorgesehenen Gebietes diente. Freifunk Lippe hatte zuvor, wie viele Communities, auf spezielle Firmwares für bestimmte Regionen gesetzt, konnte den korrekten Einsatz aber nicht kontrollieren. Mit dem Schwenk auf die gemeinsame Firmware des 4830.org e. V. wird nun schon bei der Erstinstallation der Aufstellungsort abgefragt und basierend darauf die korrekte Konfiguration eingestellt. Bei der Aufräumaktion wurde Mesh D1/Blomberg nun auf die Knoten in den eigentlichen räumlichen Gebieten reduziert — ca. 200 Knoten wurden neu verteilt.

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Radikalkur: Mesh D1/bmg, früher das Auffangnetz

Alles in allem hat der automatisierte Netsplit gut funktioniert; am Möhnesee ist leider ein Bug getriggert worden, der woanders folgenlos blieb, und da dort viel auf Meshing und auch Richtfunk gesetzt wird, sind die Auswirkungen größer.

Daher werden wir also nach und nach auch die anderen Meshes – »D2« bis »D4« bei Lippe, Bad Oeynhausen, Minden, Uelzen (Stadt UE, die Landkeise CE, GF, UE plus Gemeinde Bienenbüttel), Lüneburg, Wendland, Feldberg sowie Müritz – ›aufräumen‹, dies sollte bis Ende Februar abgeschlossen sein.

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